Einstieg

Für den ersten Einstieg haben wir Ihnen hier in vier kurzen Abschnitten zusammengestellt,

  • was es mit BIM auf sich hat,
  • was ein Bauwerksinformationsmodell ist,
  • in kurzen Schlagworten, welche Chancen BIM für das Handwerk bietet,
  • was die Website www.bim-praxis.de für Sie bereithält.

 

1. Was ist BIM?

Generell steht die Abkürzung BIM, also „Building Information Modelling“ für zwei grundsätzliche Perspektiven:

Zum einen kann mit BIM ein digitales Gebäudemodell bezeichnet werden. Das digitale Modell, auch Bauwerks-Informations-Modell genannt, kann sämtliche für den Bauprozess relevanten Informationen enthalten, so z.B. Informationen zu allen im zukünftigen Bauwerk enthaltenen Teilen (inklusive deren Maße, Preise, Lieferdaten etc.). Das digitale Gebäudemodell ist somit mehr als nur ein 3D-Modell. Es kann um zusätzliche Informationen angereichert werden, die wiederum von allen Baubeteiligten für ihren jeweiligen Bedarf genutzt werden können.

Zum anderen steht die Abkürzung BIM für eine Arbeitsmethode. Sie beinhaltet neue Formen der Zusammenarbeit der am Bau Beteiligten unter Nutzung der digitalen Bauwerksinformationen. Beim Arbeiten mit BIM können alle Bauakteure jederzeit auf die digitalen Bauinformationen zugreifen. Das verspricht eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit und Kommunikation. Konsistente Informationen sollen verhindern, dass aneinander vorbei geplant und gebaut wird. So sollen Kosten- und Terminüberschreitungen weitestgehend vermieden werden.

2. Was ist ein Bauswerksinformationsmodell?

Um das BIM-Modell zu verstehen, ist es zunächst nötig, sich darüber zu verständigen, was ein Modell ist. Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit. Es berücksichtigt nur die für die Lösung eines Problems relevanten Aspekte. Details werden vereinfacht oder ganz weggelassen, wenn sie nicht benötigt werden. Ein Gebäude- oder Bauwerksinformationsmodell (BIM) ist ein solches Modell der Wirklichkeit. Es repräsentiert ein tatsächliches oder noch zu errichtendes Gebäude unter Weglassung bestimmter Details.

Über den Detaillierungsgrad des Gebäudemodells entscheidet in der Regel derjenige, der das Modell erstellt. Das kann z.B. der Fachplaner sein. In einem Gebäudemodell bestimmt er beispielsweise, ob er jede einzelne Steckdose abbilden möchte, oder ob eine grobe Modellierung der Räume ausreichend ist. Aber Achtung: Eine unsaubere Modellierung kann aber dazu führen, dass später benötigte Informationen im Modell fehlen.

3. Welche Chancen bietet BIM für das Handwerk?

  • Ganzheitliches Planen und Bauen mit neuen technologischen Mitteln
  • Konsistente Ableitung von Plänen (auch Detailpläne) aus dem BIM-Modell
  • Modellbasierte Mengenermittlung (Stücklisten, Massenauszüge, Raumlisten, etc.)
  • Schneller Variantenvergleich und vereinfachte Abstimmung mit dem Bauherrn
  • Kollisions-, Qualitäts- und Bauregelprüfung auf Grundlage des Modells
  • Verknüpfung von Gebäudemodell und Ausschreibungsdaten
  • Modellbasierte Änderungsverfolgung (Mehr- oder Mindermengen)
  • Bauprodukte als BIM-Objekte herunterladen (Hersteller veröffentlichen Produktinformationen als BIM-Objekte)

4. Was finden Sie auf dieser Website?

Die Website www.bim-praxis.de ist gleichermaßen interessant für Handwerker wie auch für Dozierende, die selbst einen BIM-Kurs in ihrer Bildungseinrichtung organisieren wollen. In kurzen, anschaulichen und praxisnahen Abschnitten gewährt ihnen die Website einen authentischen Einblick in die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Arbeitspraxis eines Zimmereibetriebes mit der BIM-Methode.

Unser Lernangebot kann Ihnen eine wesentliche Orientierung geben, wie sie sich der BIM-Methode, z.B. für den Einsatz im eigenen Betrieb nähern können, und welche Schritte notwendig sind, um BIM im Handwerksbetrieb konkret einzuführen.